Der Widerstand kommt zu spät

 

Der Widerstand kommt zu spät

HG Saase 2 – TV Brühl 2   21:24 (7:12)

Etwas Luft im Abstiegskampf, einen Befreiungsschlag schaffen, Vertrauen in sich selbst zurückgewinnen – mit einem Sieg gegen den TV Brühl 2 hätte die HG Saase 2 am Sonntagabend noch viel mehr zu gewinnen gehabt als nur die zwei Punkte um die gespielt wurde. Stattdessen blieb nach dem Schlusspfiff vor allem Frustration und die Gewissheit, dass das rettende Ufer im Abstiegskampf immer weiter weg driftet.

Dabei begann die Begegnung zwischen den direkten Tabellennachbarn für Saase vielversprechend: Nach einem konzentriert gespielten Angriff netzte Ela Stein von Linksaußen ein und besorgte somit die 1:0 Führung. Es sollte aber auch die letzte für die Hausherrinnen gewesen sein, denn Brühl startete hellwach in die Partie und konnte bereits in dieser frühen Spielphase seine Rückraum-Kreis-Achse gegen die 5:1-Deckung der Saasemerinnen als Torgarant etablieren. In Saases Angriffsspiel haperte es an der Chancenverwertung: Wurf um Wurf fand seinen Meister im Torpfosten oder in den Brühler Torhüterinnen und mit jeder vergebenen Chance schwand das Saasemer Selbstvertrauen zusehends. Infolgedessen setzte Brühl sich bereits nach nicht einmal zehn gespielten Minuten mit 2:6 vorentscheidend ab und Saases Trainer Stein/ Dörsam zogen zum ersten Mal die Auszeitkarte. Die fruchtete nur langsam und hauptsächlich in Person von Laura Kling, die über diese Phase hinweg ihr Team fast im Alleingang mit ihren Rückraumtoren am Leben hielt. Das, sowie die Abschlussschwäche Brühls verhinderte, dass Saase komplett überrollt wurde und so schleppte man sich mit einem 7:12 Rückstand in die Halbzeitpause.

In der Kabine hatten Lisa Stein und Jochen Dörsam vor allem Aufbauarbeit zu leisten – die Köpfe mussten schleunigst wieder hoch, wenn die zweite Hälfte mehr als nur Protokoll sein sollte. Und sie schienen gute Arbeit geleistet zu haben: Aus der Kabine kam eine andere Saasemer Mannschaft, die – angeführt von einer herausragend kämpfenden und emotional präsenten Elena Schlag – nun Gegenwehr bot und sich wieder zurück ins Spiel und näher an Brühl heranpirschte. Aus sechs Toren Rückstand machte Saase ein 15:17 (45.) und endlich war in der gut gefüllten Sachsenhalle eine ganz andere Energie spürbar als zuvor: Die Hausherrinnen waren dran und Brühl wankte. Endlich wurde im Angriff wieder Handball mit Köpfchen gespielt, der vor allem Rückraumschützin Swantje Zeides glänzen ließ, die einen Ball nach dem anderen im Brühler Tor versenkte. Doch die reagierten und nahmen wahlweise Zeides oder Spielmacherin Moni Seifert in die Manndeckung, wodurch Saases Angriffsspiel wieder einen Dämpfer erhielt. Der Rückstand blieb bestehen und doch schien nichts aussichtslos, obwohl Saase in dieser Phase mit einigen unglücklichen Entscheidungen zu kämpfen hatte. Es wurde noch einmal alles in die Waagschale geworfen: Mit der Umstellung auf eine offensive Deckung, sowie dem konsequenten Einsatz des siebten Feldspielers im Angriff stemmten die Gelbhemden sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Niederlage. Aber letztlich blieb zu wenig Zeit auf der Hallenuhr und die Hypothek aus der ersten Hälfte zu gross und mit dem Schlusspfiff zeigte diese 21:24 für Brühl.

Wieder einmal hatte die HG Saase 2 ihre beiden Gesichter gezeigt und es erst zu spät geschafft, sich aufzurappeln. In der kommenden Trainingswoche wird nun wichtig sein, das aufzuarbeiten und Konstanz in die zweifelsohne vorhandenen guten Seiten des Saasemer Spiels zu bringen. Aber noch ist nichts verloren und mit dem Derby gegen die HSG Bergstraße am kommenden Spieltag bleibt es heiß im Rennen um den Ligaverbleib. sl

Es spielten: Trunk, Voigt, Braun, Kling (8), Weber (2), Schlag (4/2), Zeides (4), Stein (2), König,

 

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