Spieler der Woche der Weinheimer Nachrichten: Stefan Kehrer

Stefan K


Dieser Oberkörper flößt jedem Gegenspieler Respekt ein: Seine 100 Kilo setzt der Ringer Stefan Kehrer auch als Stürmer auf dem Fußballplatz effektiv ein. Bild: Hofmann
 

Die SG Hohensachsen kann sich nicht nur rühmen, erstmals in der Abteilungsgeschichte die Fußball-A-Klasse erreicht zu haben. Sie hatte in ihren Reihen auch einen Olympiateilnehmer: Stefan Kehrer machte 2008 die Reise nach Peking mit - als Ringer des Nordbadischen Verbandes. Der Stürmer, der in dieser Runde 25 Treffer für den B-Klassisten erzielte, begann erst vor sieben Jahren mit dem Fußballspielen im Verein und ist unser Fußballer der Woche.

 Ein bisschen ärgert sich der 27-Jährige heute schon, dass er nicht früher zum runden Leder kam. "Klar hab ich schon immer gerne gekickt. Hätte ich aber früher angefangen, wäre vielleicht eine höhere Liga drin gewesen", sagt der Mann, der mit seiner Frau Margherita seit vielen Jahren in Viernheim wohnt. Dort begann er auch seine fußballerische Vereinslaufbahn, spielte mit der SG in der B- und A-Klasse, ehe es den 100-Kilo-Mann in dieser Saison nach Hohensachsen zog. Sein Cousin Christian spielte dort bereits schon eine Runde. "Das war eine schöne Gelegenheit mal zusammenzuspielen."

Der am letzten Wochenende in Lützelsachsen errungene Aufstieg bdeutet auf fußballerischer Ebene den größten Erfolg für den Mann, den seine Robustheit und Sprungkraft zum Schrecken jedes Gegenspielers machen. "Dass ich da so einschlagen konnte, liegt aber einfach daran, dass die Mannschaft passt. Ich sehe mich als Teil eines funktionierenden Ganzen. Deshalb kann ich mich auch nur so halb über den Aufstieg freuen, weil die Mannschaft auseinanderfallen wird", sagt er. Wo Kehrer selbst spielen wird, steht noch nicht fest. "Ich höre mir momentan einiges an und entscheide in Ruhe. Auch dass ichin Hohensachsen bleibe ist noch eine Option."

Als Ringer trat Stefan Kehrer im letzten Jahr noch für Erstligist Mainz an, jetzt wechselte er zu Oberliga-Vertreter Ispringen. "Meine Frau ist schwanger, ich selbst beende gerade meine Ausbildung zum Justiz-Vollzugsbeamten - da kann ich nicht mehr so viel Zeit investieren", sagt der Mann, dem der Spaß am Sport wichtiger ist als Geld. "Ohne Spaß gibt es keinen Erfolg." AT

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